Was die Forschung wirklich zeigt
Wissenschaftler der Anglia Ruskin University (ARU) haben Daten aus 16 Übersichtsarbeiten und 113 Studien mit knapp 8.000 Teilnehmern aus aller Welt ausgewertet. Das Ergebnis liefert ein differenziertes Bild – weit entfernt von den vollmundigen Versprechen der Hersteller.
Die Analyse ergab, dass eine langfristige Einnahme von Kollagen-Supplements die Hautelastizität und -feuchtigkeit verbessern sowie Symptome von Arthritis – wie steife und schmerzende Gelenke – lindern kann. Bei der Hautoberflächenstruktur zeigte sich hingegen kaum eine nennenswerte Verbesserung.
Kein Wundermittel, aber eine solide Basis
Die Studie empfiehlt, Kollagen-Produkte gezielt an Menschen zu vermarkten, die eine ganzheitliche Hautpflege anstreben. Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass diese Nahrungsergänzungsmittel eine „legitime" ergänzende Maßnahme für Frauen nach der Menopause sowie für Personen mit UV-geschädigter Haut darstellen können.
Kollagen sei zwar kein schneller Problemlöser bei Falten, könne jedoch als verlässliche Grundlage für einen ganzheitlichen Hautpflegeansatz dienen – vorausgesetzt, die Einnahme erfolgt konsequent über einen längeren Zeitraum.
Experten warnen vor übertriebenen Versprechen
Lee Smith, Professor für Public Health an der ARU, äußerte sich deutlich: „Anbieter von Kollagen-Supplements machen häufig weitreichende Behauptungen. Hersteller haben beispielsweise versprochen, dass die Einnahme schnell und spürbar zu einem jüngeren Aussehen am gesamten Körper führt."
Smith betonte jedoch: „Kollagen ist kein Wundermittel, aber es kann bei regelmäßiger Anwendung über Zeit sowohl der Haut als auch bei Arthrose helfen." Die Ergebnisse belegten klare Vorteile in wichtigen Bereichen des gesunden Alterns und räumten gleichzeitig mit einigen verbreiteten Mythen auf.
Auf die Frage, ob Kollagen als Anti-Aging-Produkt bezeichnet werden dürfe, antwortete er: „Wenn wir Anti-Aging als Methode definieren, die das äußerliche Altern verlangsamt, dann unterstützen unsere Ergebnisse diese Aussage für bestimmte Parameter – etwa eine verbesserte Hauttönung und Feuchtigkeit, die mit einem jüngeren Erscheinungsbild verbunden sind."
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Kosten
Ernährungswissenschaftlerin Shefalee Loth von der Verbraucherorganisation Which? mahnt zur Vorsicht – insbesondere im Hinblick auf die finanziellen Aspekte.
Sie kommentierte die Studie wie folgt: „Kollagen-Supplements werden oft mit großen Versprechungen über Verjüngungseffekte beworben, obwohl die wissenschaftliche Evidenz bislang begrenzt ist." Zudem sei zu beachten, dass im Nährstoff- und Gesundheitsansprüche-Register derzeit keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben für Kollagen-Supplements existieren.
Die Kosten können sich schnell summieren – die meisten Produkte schlagen bei täglicher Einnahme mit mindestens 25 Pfund pro Monat zu Buche. Da Studien zeigen, dass eine regelmäßige Einnahme für optimale Ergebnisse notwendig ist, sollten Verbraucher die Angaben der Hersteller kritisch hinterfragen und Nutzen und Kosten sorgfältig abwägen, bevor sie sich langfristig für ein Produkt entscheiden.
Weiterer Forschungsbedarf
Die Studienautoren weisen darauf hin, dass noch weiterer Forschungsbedarf besteht – unter anderem hinsichtlich der optimalen Dosierung, der Einnahmedauer sowie der Frage, ob die Körperzusammensetzung die Wirksamkeit beeinflusst.
Die Übersichtsarbeit wurde im Open Forum des Aesthetic Surgery Journal veröffentlicht.













