Vom Spaziergang am Meer zur Langhantel
Alles begann mit langen Spaziergängen am Meer – für die 67-jährige Frau aus Brighton war das ein leichter Einstieg. Danach folgten Workouts, um gezielt Kraft aufzubauen. Soweit, so gut.
Doch als Kitty anfing, kleine Gewichte zu heben, passierte etwas Unerwartetes: Ein Funke sprang über. Schon bald griff sie zu größeren Langhanteln – und hörte nicht mehr auf. Sie lacht: „Während des Lockdowns habe ich viel gegessen und getrunken. Aber ich war auch viel zu Fuß unterwegs, und als ich die Workouts ausprobierte, weil meine Enkelkinder mitmachten, merkte ich: Das macht mir wirklich Spaß."
Der Weg vom Wohnzimmer zur Wettkampfbühne
Kittys Entwicklung vom Training im Wohnzimmer zum Powerlifting – einer Kraftsportdisziplin mit drei Übungen: Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben – wurde durch ihre wachsende Begeisterung fürs Gewichteheben ausgelöst. „Es ist dieses Gefühl, schwere Dinge hochzuheben", erklärt sie.
„Ich begann mit einem Personal Trainer zu arbeiten und stellte fest, dass ich ziemlich stark war – nicht nur für mein Alter, sondern generell stark. Und das hat mir wirklich geholfen."
Ein mutiger Karrierewechsel mit über 60
Mit zunehmendem Selbstvertrauen traf Kitty eine mutige Entscheidung: Sie wechselte ihren Beruf. „Ich war früher Leiterin des Kinderschutzdienstes, doch dann riet mir jemand, mich zur Personal Trainerin umschulen zu lassen", erzählt sie.
„Ich schloss die Ausbildung zur Personal Trainerin mit 62 Jahren ab – als älteste Person im Kurs. Und das war völlig in Ordnung!" Genau zu diesem Zeitpunkt erfuhr sie von einer Powerlifting-Athletin namens Betty Gray, die „etwas jünger als ich" ist. Das weckte ihr Interesse. „Ich hatte noch nie von Powerlifting gehört", gibt sie zu. „Ich holte mir einen Coach – Delroy McQueen, ein absoluter Profi. Mit 63 Jahren begann ich mit dem Powerlifting."
Wettkämpfe: Offen für alle
Nicht jeder fühlt sich bei Wettkämpfen wohl – doch Kitty betont, dass sie ein einladender und unterstützender Ort für jeden sind. Die Atmosphäre sei herzlicher, als viele erwarten würden.
Grenzen überwinden
Was ist, wenn das größte Hindernis das mangelnde Vertrauen in den eigenen Körper ist? Kitty kennt dieses Gefühl nur zu gut. „Am Anfang hatte ich Angst! Wir alle denken, dass andere uns beobachten und urteilen – dass wir nicht gut genug sind oder alles falsch machen."
Diese Hürde überwand sie mit der Zeit. Denn eines der wertvollen Dinge, die das Älterwerden mit sich bringt, ist die Fähigkeit, sich weniger darum zu scheren, was andere denken. Fitnessstudios können einschüchternd wirken, aber die meisten sind freundlich – so auch das, in dem Kitty trainiert und coacht. „Ich bin beim Kings Gym in Brighton, und dort gibt es großartige Menschen. Wer einmal reinkommt, bleibt in der Regel dabei", sagt sie.
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Powerlifting kennt kein Mindestalter
Kittys Klienten sind zwischen 15 und 63 Jahre alt – und eine ihrer Kundinnen ist sogar 70. Das beweist eindrucksvoll: Es ist nie zu spät, anzufangen. „Ich habe auch eine Klientin, die ihr ganzes Leben mit Übergewicht gekämpft hat. Wir arbeiten mit dem, was sie mitbringt, und konnten ihren Insulinbedarf deutlich reduzieren", berichtet Kitty.
Ernährung als Fundament des Trainings
Kittys Ernährung spielt eine zentrale Rolle in ihrem Alltag. Die richtige Nahrung ermöglicht intensiveres Training und kann Verletzungen vorbeugen. Protein ist dabei unverzichtbar – nicht nur für Sportlerinnen, sondern für jede Frau, um Muskelmasse und Knochendichte zu erhalten.
„Ich achte darauf, dass jede Mahlzeit eine Eiweißquelle enthält", sagt Kitty. „Ich nehme auch Nahrungsergänzungsmittel, weil wir gerade im Alter mehr Protein brauchen. Ich mische Proteinpulver in meinen Porridge – das gibt mir gleich morgens 22 Gramm extra."
Auch andere Nahrungsergänzungsmittel unterstützen ihr Training. „Ich nehme Kreatin. Es ist günstig, hat kaum Nebenwirkungen und ermöglicht es mir, etwas intensiver zu trainieren", erklärt sie. „Außerdem gibt es neue Erkenntnisse über Kreatin und die Gehirngesundheit, die sehr vielversprechend sind."
So gelingt der Einstieg ins Powerlifting
Die Grundübungen trainieren: Beim Powerlifting geht es darum, beim Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben das maximal mögliche Gewicht für eine Wiederholung zu bewegen. „Das sind die drei zentralen Verbundübungen. Wer ganz neu dabei ist, kann zunächst mit Widerstandsbändern oder dem eigenen Körpergewicht beginnen, um Muskeln aufzubauen", empfiehlt Kitty.
Einen Coach in Betracht ziehen: „Ich halte es für wichtig, einige Trainingseinheiten mit einem Programm zu absolvieren. Sonst wird man zwar stärker, stagniert aber – dabei müsste man Intensität oder Volumen gezielt steigern." Wer keinen Coach leisten kann: Die meisten Fitnessstudios bieten Einführungskurse an. Auch Heimtraining mit Gewichten ist möglich, solange man kontinuierlich Fortschritte macht. Krafttrainingskurse sind ebenfalls eine gute Option – sofern sie einen fordern und weiterbringen.













