Ein Nageltrend mit nostalgischem Charme
Wer als Kind bei der Großmutter aus gerippten Kristallgläsern getrunken hat, versteht sofort die Faszination hinter diesem Nageltrend. Gerippte Glasnägel zeichnen sich durch eng beieinanderliegende, erhabene Längslinien aus, die ein feines vertikales Muster erzeugen. Die geraden Linien fangen das Licht auf besondere Weise ein und verleihen den Nägeln eine zeitlose, vintage-inspirierte Tiefe, die leise von altem Geld und ererbtem Geschmack erzählt. Die New Yorker Nagelkünstlerin Elle Gerstein beschreibt es treffend: „Es ist Erbstück-Energie, neu interpretiert."
Zwei große Trends in einem Look vereint
Experten hatten für 2026 zwei dominierende Entwicklungen vorausgesagt: fühlbare Texturen und grafische Streifen. Gerippte Glasnägel verbinden beide Elemente auf elegante und überraschend stimmige Weise. Nahezu alle befragten Nagelspezialisten waren sich einig, dass dreidimensionale, erhabene Oberflächenfinishes das nächste große Kapitel in der Nagelkunst einläuten würden – und geripptes Glas gilt dabei als eines der raffiniertesten Beispiele.
Der Trend hat längst die sozialen Medien erobert und war auch auf dem Runway der New York Fashion Week zu sehen. Für die Sergio-Hudson-Show kreierte Nagelkünstlerin Christina Duong eine schwarz-goldene metallische Rippenmaniküre, die perfekt mit den markanten Nadelstreifen der Kollektion harmonierte.
Nägel mit metallischen Rippen
In den USA gewinnt dieser Stil gerade erst an Fahrt – dabei sind strukturierte Gel-Designs in Südkorea schon seit geraumer Zeit äußerst beliebt. Die Seouler Nagelkünstlerin Minseo Kang erklärte, dass sich die Technik hervorragend als Akzent eignet und ein ausdrucksstarkes, gepflegtes Finish erzeugt.
So wird der Look zu Hause nachgemacht
Das Erstaunliche: Der gerippte Glaslook ist gar nicht so schwer umzusetzen. Leslie Morel, Nagelkünstlerin aus Bergen County in New Jersey, empfiehlt folgendes Vorgehen: Zunächst einen Cat-Eye-Lack als Basis auftragen und aushärten lassen. Anschließend einen matten Topcoat auftragen und etwa 60 Sekunden trocknen lassen. Die eigentlichen Linien zieht Morel dann mit einem dünnen Nagelpinsel und einem klaren, glänzenden Topcoat. „Der Trick ist, die Linien so eng wie möglich zu ziehen, ohne dass sie sich überlappen oder verbinden", erklärt sie.
Seouler Künstlerinnen greifen für besonders präzise Ergebnisse häufig auf spezielles Werkzeug zurück. Beliebt ist ein kleiner, flacher Pinsel, dessen Borsten an der Basis dicker und an der Spitze feiner sind – fast wie ein Weitkamm. So entstehen exakt definierte Rillen, die zugleich architektonisch und zart wirken.
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Spider-Gel als Profi-Methode
Gianni Garcia, Nagelkünstlerin und Creative Director bei Art Nail NYC, setzt auf Spider-Gel für gestochen scharfe, erhabene Linien. Sie taucht ein Dotting-Tool in die zähflüssige, dehnbare Formel, hebt sie an und zieht das Gel – ähnlich wie ein besonders dünner Käsefaden – zu perfekten, geraden Strähnen quer über den Nagel. Nach dem Auftragen des Rippenmuster wird alles ausgehärtet und mit einem Topcoat versiegelt. „Das macht den gesamten Prozess schneller und unkomplizierter", sagt Garcia.
Endlose Variationsmöglichkeiten
Die derzeit beliebteste Version im Netz kombiniert glänzende Streifen über einer Cat-Eye-Basis. Doch der Look lässt sich vielfältig abwandeln: glänzende Rippen über mattem Lack, matte Streifen auf Hochglanz-Basis oder Cat-Eye-Linien auf samtschimmerndem Untergrund. Das Zusammenspiel von Textur und Finish ist es, das dem Look seine besondere Tiefe und Raffinesse verleiht.
Wer bereit ist, diese aufwendig wirkende – dabei erstaunlich zugängliche – Maniküre auszuprobieren, liegt mit gerippten Glasnägeln definitiv im Trend der Saison.













