HMRC-Steueränderungen ab April 2026: Freibetragsanpassungen treffen britische Arbeitnehmer

Was sich ab April grundlegend ändert

Viele der bevorstehenden Neuerungen betreffen in erster Linie Unternehmensinhaber und Betriebe insgesamt. So wird ab April der Dividendensatz – also der Betrag, den Unternehmen an ihre Anteilseigner ausschütten – für diejenigen, die vom Betrieb eines eigenen Unternehmens profitieren, um 2 % angehoben. Der höhere Steuersatz steigt auf 35,75 %, während der Grundsatz auf 10,75 % klettert. Der Dividendenfreibetrag, der in früheren Steuerjahren noch niedriger war, bleibt unverändert bei 500 £.

Erhöhung des Nationalen Mindestlohns

Für Beschäftigte im Bereich des gesetzlichen Mindestlohns gibt es durchaus erfreuliche Nachrichten. Der Nationale Mindestlohn für Personen unter 18 Jahren sowie für Auszubildende steigt von 7,55 £ auf 8 £ pro Stunde. Für 18- bis 20-Jährige erhöht er sich von 10 £ auf 10,81 £. Wer 21 Jahre oder älter ist, erhält künftig 12,71 £ statt bisher 12,21 £.

„Es ist wirklich wichtig, dass man diese Erhöhung bekommt – denn selbst mit dieser Anhebung ist es für die meisten Menschen kaum möglich, davon zu leben", so die Einschätzung von Experten.

Entlastungen bei Gewerbe- und Landwirtschaftsvermögen

Wer Betriebs- oder landwirtschaftliches Vermögen im Wert von mehr als 2,5 Millionen £ besitzt, wird künftig mit einer Erbschaftsteuer von 20 % belastet – die Regierung möchte die bisherigen Steuererleichterungen gezielt einschränken. Betroffene sollten laut Fachleuten ihre Testamente überprüfen und gegebenenfalls ihre Vermögensstruktur entsprechend anpassen.

„Wer 2,5 Millionen Pfund in Betriebs- oder Agrarvermögen hält, dem geht es wahrscheinlich wirtschaftlich sehr gut", heißt es dazu. Dennoch werde diese Änderung insbesondere bei Landwirten auf erheblichen Unmut stoßen, auch wenn nur eine vergleichsweise kleine Gruppe direkt betroffen ist.

Interessante Artikel:

Business Asset Disposal Relief (BADR): Was sich verändert

Die Regierung erhöht die Kapitalertragssteuer für förderfähige Veräußerungen beim Unternehmensaustritt von 14 % auf 18 % – die Obergrenze von einer Million Pfund bleibt jedoch bestehen. „Bei hohen Summen fällt dadurch eine erhebliche Steuerlast an", wird betont. Durchschnittliche Steuerzahler ohne nennenswerte Betriebsvermögen dürften davon kaum berührt sein.

Darüber hinaus betrifft eine weitere Änderung die Erbschaftsteuer auf Qualifying Alternative Investment Market Shares. Die bislang gewährte 100%ige Entlastung wird um 50 % reduziert, sodass künftig eine dauerhafte Erbschaftsteuerpflicht von 20 % entsteht. Diese Anlageinstrumente wurden bislang häufig genutzt, um die Erbschaftsteuerlast für vermögende Personen zu mindern.

Making Tax Digital: Steuern werden vollständig digital

Das neue System „Making Tax Digital" bedeutet schlicht mehr Verwaltungsaufwand für Steuerpflichtige – und etwas weniger für die Behörden. Konkret werden Vermieter und Einzelunternehmer mit einem Bruttoeinkommen von 50.000 £ oder mehr verpflichtet, ihre Einkommensteuererklärungen digital einzureichen. Ab April 2027 sinkt diese Schwelle dann auf 30.000 £.

Wer unter diese Regelung fällt, muss seine Daten vierteljährlich online übermitteln. Ob eine Registrierungspflicht besteht, lässt sich über das offizielle Regierungsportal Gov.uk prüfen.

Author

Nach oben scrollen