Vermieter stehen vor enormen Herausforderungen
Die vergangenen Jahre waren für Vermieter in Großbritannien alles andere als einfach. Die Grunderwerbsteuer auf Zweitimmobilien stieg von 3 % auf 5 %, und gleichzeitig kletterten die Hypothekenzinsen in die Höhe.
Dazu kommen weitere gesetzliche Änderungen, die den Buy-to-let-Markt spürbar belastet haben. Besonders einschneidend war die Einführung von Section 24, die zwischen 2017 und 2020 schrittweise umgesetzt wurde.
Seitdem müssen Vermieter Steuern auf ihr gesamtes Mieteinkommen zahlen, bevor sie ihre Finanzierungskosten abziehen dürfen. Für viele bedeutet das eine erheblich höhere Steuerlast. Hinzu kommen sinkende Immobilienpreise in Teilen Londons, die die Renditeerwartungen weiter drücken.
Was ab 2026 auf Vermieter zukommt
Die kommenden Jahre bringen eine Welle weiterer Veränderungen mit sich. Dazu gehören die Einführung von Making Tax Digital für die Einkommensteuer, der Renters' Rights Act sowie ein überarbeitetes System für Energieausweise (Energy Performance Certificates).
Tim Thomas von Propertymark, dem Berufsverband der Immobilienmakler, bringt es auf den Punkt: „Die operative Landschaft für viele Vermieter befindet sich in einem massiven Wandel, je weiter wir ins Jahr vordringen."
Er ergänzt: „Für Vermieter sind das die größten Veränderungen seit mehr als 30 Jahren. Eine vorausschauende Planung ist unerlässlich, um die neuen Vorschriften einzuhalten." Hier ist alles, was Sie wissen müssen, bevor die Änderungen in Kraft treten.
Ab 6. April 2026: Making Tax Digital für die Einkommensteuer
Ab dem 6. April 2026 sind Vermieter mit einem jährlichen Mieteinkommen von mehr als 50.000 Pfund verpflichtet, Making Tax Digital für die Einkommensteuer zu nutzen. Das bedeutet: Einnahmen und Ausgaben müssen künftig vierteljährlich digital an die Steuerbehörde HMRC übermittelt werden.
Vermieter mit Einkünften zwischen 30.000 und 50.000 Pfund folgen ab April 2027. Wer zwischen 20.000 und 30.000 Pfund verdient, muss ab April 2028 mitmachen. Insgesamt werden ab April 2026 mehr als 860.000 Selbstständige und Vermieter von der neuen digitalen Meldepflicht erfasst.
Thomas von Propertymark erklärt: „Diese Methode wird mit der Zeit die herkömmlichen Papier- oder Online-Steuererklärungen ersetzen und schrittweise nach Umsatzhöhe ausgerollt." Wer die Fristen versäumt, riskiert empfindliche Strafen.
Welche Strafen drohen bei Verstößen?
Pro verspäteter Quartalsabgabe wird ein Strafpunkt vergeben. Wer innerhalb von zwei Jahren vier Strafpunkte sammelt, muss eine Geldbuße von 200 Pfund zahlen. Zur Übermittlung der Daten benötigen Vermieter kompatible Buchhaltungssoftware – HMRC stellt hierfür ein offizielles Such-Tool bereit.
Ab 1. Mai 2026: Der Renters' Rights Act tritt in Kraft
Der Renters' Rights Act ist eines der bedeutendsten Gesetze der Labour-Regierung – und eines der umstrittensten unter Vermietern. Das Gesetz wurde im Oktober 2025 verabschiedet; die ersten großen Änderungen bei Mietverhältnissen und Kündigungen traten am 1. Mai 2026 in Kraft.
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Die wichtigsten Änderungen ab dem 1. Mai 2026
- Keine „No-Fault"-Kündigungen mehr (Section 21): Vermieter im privaten Mietsektor können Mieter nicht länger ohne triftigen Grund kündigen.
- Ende befristeter Mietverträge: Alle privaten Mietverhältnisse laufen künftig monatlich oder wöchentlich – ohne festgelegtes Enddatum. Mieter können mit zweimonatiger Frist kündigen.
- Neue Mieterhöhungsregeln: Vermieter dürfen die Miete nur noch einmal pro Jahr anheben. Mieter können ungerechtfertigte Erhöhungen anfechten.
- Keine Bietergefechte mehr: Vermieter dürfen nur den ausgeschriebenen Mietpreis verlangen.
- Begrenzung der Vorauszahlung: Maximal eine Monatsmiete darf im Voraus verlangt werden.
- Diskriminierungsverbot: Es ist nun gesetzlich verboten, Mietinteressenten abzulehnen, weil sie Sozialleistungen beziehen oder Kinder haben.
- Haustierregelung: Mieter dürfen beantragen, ein Haustier zu halten. Vermieter dürfen nur bei „vernünftigen" Gründen ablehnen.
Weitere Bestandteile des Renters' Rights Act
Ab Ende 2026 wird außerdem ein Private Landlord Ombudsman eingerichtet, an den sich Mieter mit Beschwerden wenden können. Parallel dazu entsteht eine Datenbank für den privaten Mietsektor, über die Mieter prüfen können, ob ihr Vermieter ordnungsgemäß registriert ist.
Darüber hinaus wird Awaab's Law nach einer Konsultationsphase auch auf den privaten Mietsektor ausgeweitet. Dieses Gesetz verpflichtet Vermieter, Notfallprobleme wie Schimmel und Feuchtigkeit unverzüglich zu beheben – bislang gilt es nur für den sozialen Wohnungsbau.
Die National Residential Landlords Association empfiehlt Vermietern, ihre Immobilien vor Inkrafttreten der Änderungen auf Mängel zu prüfen, Mieter sorgfältig zu überprüfen und – sofern ein Makler eingesetzt wird – sicherzustellen, dass dieser auf die neuen Regeln vorbereitet ist.
Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen den Renters' Rights Act?
Wer gegen die neuen Vorschriften verstößt, riskiert beim ersten Vergehen eine Zivilstrafe von bis zu 7.000 Pfund. Bei schwerwiegenden, anhaltenden oder wiederholten Verstößen können es bis zu 40.000 Pfund sein – strafrechtliche Konsequenzen inklusive.
Zweite Jahreshälfte 2027: Neue Energieausweis-Kriterien
Der Minimum Energy Efficiency Standard (MEES) schreibt vor, dass bis 2030 alle privaten Mietobjekte mindestens ein EPC-Rating von C erreichen müssen – derzeit gilt noch E als Mindestanforderung. Doch mit dem neuen Home Energy Model wird es deutlich komplexer.
Künftig müssen Vermieter zwei von drei Kriterien erfüllen, um die C-Bewertung zu erreichen. Erstens ist ein Gebäudedämm-Standard einzuhalten – etwa durch Dachdämmung, Hohlwanddämmung oder Doppelverglasung. Zweitens müssen entweder ein Heizsystem-Standard (z. B. Wärmepumpe) oder ein Smart-Readiness-Standard (z. B. Solaranlage) erfüllt werden.
Die Umsetzung dieser neuen Bewertungsmaßstäbe kann erhebliche Investitionen erfordern. Ursprünglich für Oktober 2026 geplant, wurde das neue Bewertungssystem von der Regierung auf die zweite Jahreshälfte 2027 verschoben.
Was Vermieter jetzt tun sollten
Wer Objekte mit einem EPC-Rating von D oder schlechter besitzt, sollte bereits jetzt handeln. Maßnahmen wie Loft- oder Hohlwanddämmung, der Wechsel auf LED-Beleuchtung und die Installation eines smarten Thermostats können die Energiebewertung spürbar verbessern.
Das Boiler Upgrade Scheme, das bis 2030 läuft, bietet außerdem Zuschüsse von bis zu 7.500 Pfund für die Anschaffung und Installation einer Wärmepumpe. Thomas von Propertymark warnt: „Angesichts des Fachkräftemangels und der Vielzahl sanierungsbedürftiger Immobilien ist es wichtig, diese energetischen Verbesserungen jetzt anzugehen."
Mindestanforderungen für Makler – Datum noch offen
Bereits 2025 kündigte die Regierung an, den Immobilienmaklermarkt stärker zu regulieren. Makler sollen künftig bestimmte Qualifikationsnachweise erbringen müssen. Zusätzlich ist ein Code of Practice geplant, der verbindliche Mindeststandards für alle Immobilienvermittler – einschließlich Miet- und Verwaltungsmaklern – festlegt.
Ein konkretes Datum steht noch nicht fest. Die Regierung wertet derzeit die Ergebnisse der Konsultationsphase aus. Vermieter, die mit Maklern zusammenarbeiten, sollten schon jetzt prüfen, ob ihr Makler die künftigen Qualifikationsvoraussetzungen erfüllt – und gegebenenfalls rechtzeitig wechseln.













